Die Erzählwerkstatt mit Herrn Hahn

Her­zlich willkom­men in mein­er Erzählw­erk­statt.
Bei mir bekommt ihr ab jet­zt jede Woche eine Geschichte.
Da ja vieles in der let­zten Zeit und bis zu den Som­mer­fe­rien anders war, ist und sein wird, geschieht dieses über unsere Home­page.
Ich werde euch Geschicht­en erzählen, die sich mit der Coro­n­azeit, aber auch schon vor dieser Zeit ereignet haben und wün­sche euch viel Spaß beim Lesen. Vielle­icht find­et ihr euch ja in den Geschicht­en wieder und denkt: „Hey, das war ja ich!… wer weiß 🙂 “
Dann lege ich mal mit der ersten Geschichte los.

Moin Moin
Euer Michael Hahn

1.WIE ALLES BEGANN

Die Schließung der Schulen wurde mehr oder weniger am 13.03.2020 beschlossen. Dieser 13.03.2020 war ein Fre­itag. Ein beson­der­er Fre­itag. Ein Fre­itag, der 13…
Es gibt viele Leute, die denken, das ist ein Pech­tag. Es gibt tat­säch­lich viele Erzäh­lun­gen über diesen Tag, die mit Aber­glaube und Pech ver­bun­den sind. Ein Bekan­nter von mir wurde zum Beispiel an einem Fre­itag, den 13. geboren, er heiratete an einem Fre­itag, den 13., er wurde an einem Fre­itag, den 13. geschieden und er starb an einem Fre­itag, den 13.. Schon unheim­lich. Es gibt aber auch viele Leute, für die ist dieser Tag wie jed­er andere, also ganz nor­mal. So hat­te ich es auch immer gese­hen, aber an diesem 13.03.2020 war dann doch alles anders und davon erzäh­le ich euch jet­zt.

Es ging mor­gens bei mir los. Ihr ken­nt ja die Arm­bän­der, die ich an meinen Handge­lenken trage. Viele davon habe ich von euch bekom­men.
Als ich aufwachte, war doch eines von den Arm­bän­dern ab. Es lag neben meinem Kopfkissen. Das kann doch nicht wahr sein!, dachte ich.
Als ich meinen Schlafanzug ausziehen wollte, stand ich so blöd, dass ich mit meinem Ellen­bo­gen mit dem soge­nan­nten „Musik­knochen“ an den Klei­der­schrank stieß. Das zwier­belte gewaltig. Das kann doch nicht wahr sein!, dachte ich. Bevor ich zur Schule fuhr, wollte ich noch schnell einkaufen, aber durch die berüchtigten Ham­sterkäufe war nichts von den Sachen da, die auf mein­er Einkauf­s­liste waren. Ich dachte nur: Das kann doch nicht wahr sein!
Fre­itag, der 13.!

In der Schule war soweit alles in Ord­nung. In der Erzäh­lzeit mit der 4A und der 4C rede­ten wir über Erleb­nisse, die die Kinder heute schon hat­ten oder auch nicht. Ein Mäd­chen aus der 4A hat­te tat­säch­lich heute Geburt­stag und wün­schte sich schon lange vorher ein spezielle Geschichte zu diesem Tag. Eine Fre­undin aus der Klasse hat­te am 31.03. Geburt­stag. So gaben mir die bei­den Mädels auf einem Zettel Stich­wörter und daraus bastelte ich in mein­er Erzählw­erk­statt dann eine Geschichte, die 1331, aus­ge­sprochen : dreizehnei­n­und­dreißig hieß. (falls ihr diese Geschichte lesen wollt, ein­fach bei uns melden)

Danach ging es zur Fußball-AG.
Au weia! dachte ich. Fußball-AGs an einem Fre­itag, den 13. waren immer anders, denn an diesem Tag waren tat­säch­lich alle Mäd­chen und Jungs vom Pech ver­fol­gt. Pfos­ten, Lat­te, alleine vor dem leeren Tor und daneben oder wie bei den Mäd­chen: in 40 Minuten kein Tor geschossen. Der Ball wollte nicht rein und lan­dete sog­ar zweimal auf den Holzträgern unter dem Dach, so dass ich ihn mit der 5‑Meterstange wieder runter kat­a­pul­tieren musste.

Ob ihr es glaubt oder nicht. Es war wieder ein Fußball-AG-Pech­tag.
Ein Junge köpfte zweimal an die Lat­te, ein ander­er schoss an den linken Pfos­ten, dann rollte der Ball auf der Tor­lin­ie, prallte an den recht­en Pfos­ten und dann dem Tor­wart in die Arme. Beim 11-Meter­schießen ging gar nichts, selb­st mein bestes Fußballmäd­chen ver­schoss zwei 11-Meter gnaden­los. Ich sagte nur: Macht euch nichts draus. Fre­itag, der 13.! Näch­sten Fre­itag ist wieder alles nor­mal!
Hab ich zumin­d­est bis dahin gedacht.

Nach der Fußball-AG mache ich immer einen Kon­troll­gang durch die Turn­halle, gehe dann raus, schließe ab und gehe in die Schule.
Nor­maler­weise sind dann schon fast alle weg, aber dies­mal stand das ganze OGS-Team auf dem Flur und schaute rat­los drein. Denn jet­zt stand schon fast fest, dass ab Mon­tag nichts mehr so sein wird wie vorher. Und so geschah es ja dann. Ihr habt es alle miter­lebt.
Fre­itag, der 13.!

Ach ja. Ich bin dann nochmals Einkaufen gefahren. Alle Sachen die ich brauchte, waren da.

Näch­ste Woche erzäh­le ich euch davon, was ich in der Turn­halle erlebte, obwohl ich eigentlich ganz alleine dort war – eigentlich…
Bis dahin


Moin Moin
Euer Michael Hahn

2. IN DER TURNHALLE

So war eine Woche ver­gan­gen.
Wir haben eine Not­be­treu­ung in der Schule und wir vom OGS-Team wech­sel­ten uns anfangs von Tag zu Tag ab, um bei den Kindern zu sein.
Jet­zt machen wir es wochen­weise.

Ich war an einem Fre­itag dran, genau eine Woche nach dem 13.03.2020. Um 15:00 Uhr waren alle Kinder der Not­be­treu­ung weg, nur noch Herr Baspinar und ich waren da.
Herr Baspinar hat­te mit der ganzen Organ­i­sa­tion der Not­fallpläne wirk­lich viel zu tun, weil sich die Infor­ma­tio­nen über den Coro­na­s­tand­punkt stündlich änderten und ich hörte wie er dann fluchend vor seinem Com­put­er saß, aber das ist eine andere Geschichte.

Ich sagte ihm, dass ich mal kurz in die Turn­halle schauen möchte, um die Bälle aufzupumpen. Denn wenn sie schon nicht gespielt wer­den, dann sollen sie wenig­stens genug Luft haben.
So ging ich dann runter in die Turn­halle und machte die Tür auf zum Raum, in dem die Bälle lagen.
Und da war er. Der Fut­sal­ball.
Der Ball, mit dem wir im Feb­ru­ar den ersten Platz in unserem let­zen Turnier gewon­nen hat­ten und wieder einen Pokal in die Alt­stadt holten. War das schön.
Ich pumpte den Ball auf und ging in die Turn­halle.
Alles ruhig und leer. Das war echt blöd. Wie gerne hätte ich jet­zt eine Fußball-AG gehabt!

Da hat­te ich eine Idee. Ich dachte, es ist ja Fre­itag und ich tue jet­zt so, als ob ich­Fußball-AG hätte.
Schnell baute ich bei­de Tore auf, legte den Fut­sal­ball in die Anstoßmitte und set­zte mich auf die Stelle des Kreis­es, auf der ich immer sitze und immer alle anderen neben mir sitzen wollen.

Ich schaute mich um. Alles ruhig und leer.

Dann dachte ich: Ver­dammte Hacke, ich ver­suchs mal.
Und rief: Gibt mir ein G!
Und dann hallte es durch die Turn­halle: G
Gibt mir ein S!
Und dann hallte es durch Turn­halle: S
Gibt mir ein A!
Und dann hallte es durch die Turn­halle: A
Und ich rief: Wer hat die beste Fußball-AG der Welt?
Grund­schule Alt­stadt! war die Antwort.

Wow!
Nie­mand war hier, aber es war so, als ob alle 42 Fußball-AG-Kick­erin­nen und Kick­er hier wären.
Und dann bewegte sich der Ball.
Jemand schien einen Anstoß gemacht zu haben.
Der Ball wurde gespielt, hin und her, Pässe, Flanken, das ganze Pro­gramm.
Wahnsinn! dachte ich. Also sind meine Fußball-AG-Kids doch irgend­wie in
Gedanken hier.

Der Ball lan­dete im Tor und dann passierte nichts mehr.
Alles ruhig und leer. Ich baute die Tore wieder ab, legte den Fut­sal­ball zu den anderen Bällen. Irgend­was war mit dem Ball. Er schien zu lächeln.
Na ja. Ich ging wieder zurück in die Schule.
Herr Baspinar kam mir ent­ge­gen und fragte: Wo warst du die ganze Zeit?
Mit einem Grin­sen im Gesicht und ein­er kleinen Träne im Auge antwortete ich: Das glaub­st du mir sowieso nicht!

…und was mir dann die Woche darauf im Musikraum passierte, davon berichte ich euch beim näch­sten Mal.

Bis dahin
Moin Moin
Euer Michael Hahn

3. IM MUSIKRAUM

Wie hat­te ich um den Musikraum gekämpft, um ihn für meine Erzäh­lzeit zu haben. Frau Gün­ther, Frau Bäh­n­er und Frau Rinne kön­nen ein Lied darüber sin­gen.

In diesem Raum kon­nte ich es dunkel machen, kon­nte ich Klavier spie­len, kon­nte ich die Kinder erschreck­en, kon­nte ich ein Wel­traumspazier­gang machen und so weit­er. Jet­zt hätte ich den Musikraum, aber darf ihn nicht mehr benutzen. Es gibt keine Erzäh­lzeit mehr.

Ich weiß noch, dass ich mir immer von einem Mäd­chen aus der 4C die Uhr
aus­geliehen hat­te, weil im Musikraum keine Uhr ist. Warum, weiß ich auch nicht. Ohne diese Uhr wäre die Erzäh­lzeit 3 Stun­den gewe­sen und nicht 45 Minuten. So sah der Musikraum genau­so aus wie ich ihn am 13.03.2020 ver­lassen hat­te. Selb­st an der Tafel waren noch leicht ver­staubt die Anweisun­gen zur Kip­pelgeschichte zu sehen, die ich damals daran kritzelte.
(die 4C weiß was ich meine). Und das Klavier. Wun­der­bar.
Ich habe mir damals das Klavier­spie­len selb­st beige­bracht und dieses Klavier in allen meinen Geschicht­en immer einge­set­zt.
Ihr habt jedes­mal geklatscht. Das war klasse.


Da stand ich also im Musikraum, wollte nur schauen und dann passierte das:

Auf ein­mal gin­gen von alleine die Rol­los runter.
Ich dachte nur: Moment. Ich hat­te doch grade let­zte Woche in der Turn­halle schon so ein zauber­haftes Erleb­nis. Was soll das jet­zt?
Das Klavier fing an von alleine zu spie­len. Es spielte meine Musik. Ich kon­nte sehen, wie sich die Tas­ten rauf und runter bewegten, so als wenn ich es getan hätte.


Eine Decke schwebte durch den Raum und lan­dete vor mir.
Die 4A hätte sich jet­zt 20 Minuten um diese Decke gestrit­ten, so verg­ing damals immer viele wertvolle Zeit, aber ich war ja alleine hier und set­zte mich hin, um abzuwarten, was noch geschehen sollte.

Das Klavier hörte auf zu spie­len und die Rol­los gin­gen wieder hoch.
Ein T‑Shirt lag auf dem Fuß­bo­den.
Auf dem T‑Shirt waren alle Unter­schriften der GS ALT­STADT-Kinder. Manche mal­ten noch Herzchen oder Smi­lies dazu, manche auch Blödsinn.

Ich nahm das T‑Shirt, zog es an und ging aus dem Musikraum raus.
Ich dachte so vor mich hin: Hof­fentlich kann ich bald wieder hier Geschicht­en erzählen…

Auf dem Flur lag ein Zettel. Da stand drauf:
Das hof­fen wir auch!


Dann hörte ich noch, wie das Klavier wieder spielte und fragte mich von wem der Zettel wohl war. Vielle­icht wisst ihr es ja?!

…und näch­ste Woche erzäh­le ich euch, was mir passierte, als ich mir unsere Pokale anschaute.

Bis dahin
Moin Moin
Euer Michael Hahn

4. DIE POKALGESCHICHTE

Ich schlen­derte durch den OGS-Flur, es war kurz vor 16:00 Uhr. Alle
Not­be­treu­ungskinder waren nicht mehr da.
Ich stand vor unseren Pokalen und zählte sie. Es sind 18 Pokale und min­destens 8 davon sind Num­mer 1‑Pokale, das weiß ich ganz genau!
Auch für dieses Schul­jahr habe ich davon geträumt, noch 3 Pokale in die Alt­stadt zuholen.

Wir hat­ten uns ja schon für die Zwis­chen­runde qual­i­fiziert.
Ich hätte mein Team ein wenig umgestellt und wenn wir dann nicht so viele Chan­cen vergeben wür­den, dann wäre die Final­runde auf jeden Fall gebongt. Und mit den Mäd­chen, gar keine Frage. Wir hät­ten zum drit­ten Mal hin­tere­inan­der den ersten Platz auf dem Soc­cer­feld in Eid­ing­hausen gemacht. Die Trainer­in von Wer­ste sagte noch im Feb­ru­ar zu mir: Mit deinem Pow­er­girl gewinnst du lock­er.
Aber ich habe ja viele Pow­er­girls, also erledi­gen wir diese Angele­gen­heit näch­stes Jahr.

Jet­zt hal­tet euch fest.
Ein Pokal ist noch hier bei mir. Ich hat­te schon im Jan­u­ar alle Pokale bestellt, weil ich wusste, dass wir super sind, auch wenn wir beim let­zten Turnier doch auch Glück hat­ten…
Selb­st Frau Airich hat einen kleinen Pokal von mir bekom­men, weil sie alles so gut organ­isiert hat­te.
Also: ein Pokal gibt es noch und den werde ich am let­zten Schul­t­ag unser­er 4 Klässler mit euch feiern. Darauf ste­ht:
Grund­schule Alt­stadt Cham­pi­on 2020

3 Pokale haben eine beson­dere Geschichte und die möchte ich euch jet­zt erzählen. Liebe Jungs, nicht trau­rig sein, aber in diesen Pokalgeschicht­en ste­hen die GSA –Mäd­chen im Mit­telpunkt.
Herr Bohlmeier leit­ete damals die Fußball-AG. Aus organ­isatorischen Grün­den hat­te er keine Zeit mehr dafür und der Vorgänger von Frau Gün­ther, Herr Schmedtlevin fragte mich 2011, ob ich Ahnung von Fußball hätte. Ich sagte: Na klar. Selb­st mal Fußballer gewe­sen.
Und schon hat­te ich den Job.

Es gab damals nur ein Mäd­chen in der Fußball-AG und die war bess­er als die Jungs. Mit den Jungs hat­te ich damals bis 2015 keine wichti­gen Erfolge. Alle waren Ronal­dos und Mes­sis und kon­nten nicht zusam­men spie­len. Das ist teil­weise heute immer noch so.
Dann kam 2011 die Ein­ladung zum Mäd­chen-Soc­cer-Turnier in Eid­ing­hausen. Ich hat­te aber kein Mäd­chen­team, aber das erledigte sich schnell. Mit einem total zusam­mengewür­fel­ten Haufen von Pow­er­girls, die vorher noch nie zusam­menge­spielt hat­ten, reis­ten wir als absolter Außen­seit­er an und wur­den 2. hin­ter Eid­ing­hausen.

Das war krass.
Und schon damals standen wir auf der Treppe unser­er Schule und ich rief meinen berühmten Ruf: Gibt mir ein G, gibt mir ein S, gibt mir ein A, wer hat die beste Fußball-AG der Welt?

2012 war das gle­iche Spiel. Wieder wur­den wir zweit­er hin­ter Eid­ing­hausen. Selb­st in der Zeitung wurde ich als „der ewige Zweite“ erwäh­nt. Aber dann!
Dann kam 2013 und wir wur­den mit 23:3 Toren (schießen kon­nten die Mädels damals schon, weil wir das echt geübt hat­ten) ERSTER. Platz 2: Eid­ing­hausen. Ich wurde in der Zeitung „Michael Hahn, der Jür­gen Klopp von Bad Oeyn­hausen“ genan­nt. Schon war ich berühmt und saus­tolz!!!
Wir schossen übri­gens das erste Tor nach 7 Sekun­den!

Über den größten Erfolg, den jemals eine Grund­schule geschafft, brauche ich euch nicht zu bericht­en. 2018. Ohne Nieder­lage und mit 28:0 Toren.
Der Bericht ste­ht immer noch auf unser­er Inter­net­seite und bleibt auch hof­fentlich bis in alle Ewigkeit­en dort.
In der Titelvertei­di­gung von 2019 schossen wir 22 Tore.

Und dann gibt es noch den 1. Platz unser­er Mädels im Hal­len­turnier von 2017. Wir waren eigentlich schon raus und hat­ten keine Chance auf die Meis­ter­schaft.
Aber dann kam alles anders.
GS Ober­beck­sen war schon erster und lag 2 Punk­te vor uns.
Ein Unend­schieden im let­zten Spiel dieses Turniers hätte ihnen lock­er gere­icht. Zack, nach 2 Minuten hat­ten sie schon das 1:0 gemacht. Sie waren hochhaus über­legen und set­zten alles auf Sieg.
So ver­gaßen sie die Abwehrar­beit und unsere Mädels schossen in kurz­er Zeit 3 Tore. Frau Wall­mann, die an diesem Tag viele fan­tastis­che Fotos schoss, kam 2 Minuten vor Schluss zu mir runter und sagte: Wenn wir gewin­nen, sind wir Meis­ter! Das hat­te ich noch gar nicht auf dem Schirm.
Sofort eine eis­erne Alt­stad­tab­wehr aufge­baut und mit allen laut­stark die Sekun­den runter gezählt und gewon­nen.
Dann kam mein berühmter Luft­sprung, den ich bis heute noch nach jedem Tor mache.

Bemerkenswert ist noch, dass der Spielplan total durcheinan­der war. Wir mussten die let­zten bei­den Spiele hin­tere­inan­der spie­len.
Nach­dem wir im vor­let­zten Spiel gegen Wer­ste 3:0 gewon­nen hat­ten, kam der Schied­srichter, ein guter Fre­und von mir, zu uns und fragte, ob wir eine Pause haben wollen. Meine Mädels antworteten sofort, dass sie keine Pause bräucht­en und sofort weit­er
spie­len woll­ten, was sie dann auch tat­en und rock­ten. Kom­pli­ment!

So stand ich also vor den Pokalen.
Und dann fing doch tat­säch­lich ein Pokal an zu quatschen.

Ich dachte erst, ich hör nicht richtig.
Hey Train­er! Wo bleibt denn hier der Nach­schub?
Ich war sehr erschrock­en und sprach mit dem Pokal.
Eigentlich sprach ich mit allen Pokalen, kapierte aber trotz­dem nichts und sagte: Den bekommt ihr am let­zten Schul­t­ag.

So machen wir das.
…und was mir einige Tage später am Kopier­er passierte, davon erzäh­le ich euch näch­ste Woche.

Bis dahin
Moin Moin
Euer Michael Hahn

5.DIE KOPIERGESCHICHTE

Viele von euch wis­sen ja, wo unser­er Kopier­er ste­ht.
Manch­mal nehme ich ja jeman­den von euch als Kopieras­sis­ten­ten mit, damit ihr die Kopi­en tra­gen kön­nt.
Oft jedoch ist der Kopier­ap­pa­rat beset­zt und man muss schon Glück haben, um Kopi­en machen zu kön­nen.

Das Glück hat­te ich heute nicht.
Ich wollte eine Seite eines mein­er Geschicht­en kopieren, weil ich etwas
umgeschrieben hat­te. Bevor ich zum Kopier­er ging, fragte ich Frau Kel­ly, ob sie auch etwas zu kopieren hätte.
Sie gab mir 2 Man­dalas. Von dem einen eine Kopie und von dem einen 10 Kopi­en.
Alles klar! sagte ich und tigerte los zum Kopier­er.
Mit mein­er Seite und den bei­den Man­dalas kam ich beim Kopier­er an.
Er war frei. Nun muss man einen Zahlen­code in den Kopier­er eingeben, damit man kopieren kann. Den habe ich immer auf einem Zettel in der Hosen­tasche, weil ich mir den grund­sät­zlich nicht merken kann.
Nun war der Zettel aber nicht in mein­er Hosen­tasche und ich kam ins schleud­ern.
Hat­te ich jet­zt 36932 oder 96312 oder 21693?
Ich wusste es nicht mehr und zack: dreimal die falsche Num­mer.
Au weia. Kopier­ap­pa­rat außer Betrieb.

Ein Glück war Herr Wiebe grade da und kon­nte alles wieder deak­tivieren und der Kopier­er lief wieder. Dies­mal unter sein­er Num­mer. Ich war so durcheinan­der, dass ich von den Man­dalas, die Frau Kel­ly brauchte 10 von der einen machte und eine von den 10 machte. Das fiel mir ein Glück auf, noch bevor ich wieder in unseren OGS-Raum kam. Ich schnell zurück zum Kopier­er, um meinen Fehler zu berichti­gen. Da leuchtete die Lampe: Papi­er alle. Ich schaute mich um. Nir­gends war neues Kopier­pa­pi­er. Es lag im Schrank, nur das wusste ich nicht.

Ich ging wieder zu Her­rn Wiebe und fragte ihn, wo das Kopier­pa­pi­er liegt und er antwortete, dass das im Schrank sei. Ich wieder zurück.
Frau Bäh­n­er stand am Kopier­er. Sie hat­te schon neues Papi­er nachge­füllt und sagte mir, dass es noch dauern würde. Sie hätte viel zu kopieren.

Alles klar! dachte ich. Nein, eigentlich dachte ich: Mist!
Ich ging zurück in den OGS-Raum zu Frau Kel­ly und sagte ihr, dass der Kopier­er die ganze Zeit beset­zt war und ich noch nicht dazu gekom­men bin, die gewün­scht­en Kopi­en zu erledi­gen.
Schöne Notlüge!

Nach kurz­er Zeit ging ich wieder zum Kopier­er. Er war frei.
Nur hat­te ich jet­zt die Zettel im OGS-Raum liegen­ge­lassen. Im Affen­tem­po ran­nte ich zurück, holte alles und rief noch: Der Kopier­er ist jet­zt frei. Ich hau jet­zt deine Kopi­en durch und bin gle­ich wieder da.

Natür­lich war der Kopier­er nicht frei.
Frau Hart­mann kopierte Unter­la­gen für ihre Klasse. Sie sig­nal­isierte mir, dass das eine Weile dauert. Wir schnack­ten noch ein Weilchen und ich ging wieder ohne irgen­deine richtige Kopie zurück zu Frau Kel­ly.
Sie schaute mich an und ich glaube, sie hat­te ein wenig Mitleid mit mir.

Und dann war es soweit.
Der Kopier­er war tat­säch­lich frei.
Ich kopierte voller Stolz alles, was ich seit Stun­den kopieren wollte und lief in den OGS-Raum zurück. Ich wedelte mit den Kopi­en in der Hand und tanzte vor Freude: Alles erledigt!
Nur, da war kein­er mehr.
Es war 17:00 Uhr, alle waren längst schon weg. Die Schule hat­te zu. Nur noch ich war hier.

Ich legte die eine Kopie und die zehn Kopi­en für Frau Kel­ly auf den Schreibtisch, set­zte mich auf mein Fahrrad und fuhr nach Hause.
Als ich so vor mich hin­radelte, fiel mir ein, dass ich die Kopie, die ich für mich machen wollte total vergessen hat­te.
Was meint ihr, werde ich es mor­gen schaf­fen?
Sich­er bin ich mir nicht.

…und was mir mal in der 3. Pause auf dem Schul­hof geschah, das erzäh­le ich euch näch­ste Woche.

Bis dahin
Moin Moin
Euer Michael Hahn